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Spechte - hör mal, wer da klopft!

Biologiezentrum Linz / 02. Okt. 2015 bis 16. Okt. 2016

Sonderausstellung

Spechte sind Vögel mit sehr speziellen Anpassungen: Spechte sind Trommler, Superväter, Werkzeugmacher, Zimmerer, Magazineure und Forstpolizisten. Aber Spechte sind auch Räuber und Fassadenzerstörer. Und warum kriegen Spechte kein Kopfweh? Zahlreiche Präparate, Modelle und Filme geben Einblicke in Evolutionsbiologie, Bionik und Biomechanik am Beispiel einer der erfolgreichsten Vogelfamilien.

 

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Die Spechte sind eine der erfolgreichsten Vogelfamilien der Erde. Sie haben sämtliche Kontinente mit Ausnahme von Australien und der Antarktis erobert und trotz ihrer verhältnismäßig großen Standorttreue auch auf zahlreichen Inseln Fuß gefasst. Man findet sie in einer Vielzahl von Lebensräumen, von Regenwäldern bis hin zu Wüsten mit lichten Baum- oder Kaktusbeständen. Während die meisten Spechte den Großteil ihres Lebens auf Bäumen verbringen, gehen manche Arten auf dem Boden auf Nahrungssuche. Und einige Spechte kommen sogar ganz ohne Bäume aus, da sie ihre Jungen in Erdlöchern großziehen.

Die Echten Spechte (Unterfamilie Picinae) bilden mit 183 Arten die bei weitem größte Gruppe innerhalb der Familie der Spechte. Allen Echten Spechten gemeinsam ist, dass sie in Körperbau und Verhalten hervorragend an das Baumleben angepasst sind: Sie sind ausgesprochene Klettervögel und haben zudem die Fähigkeit, Holz zu bearbeiten. Mit ihren kräftigen Kletterfüßen mit den nadelspitzen Krallen und der Wendezehe bewegen sie sich behände auf Stämmen und Ästen. Für dieses „Leben in der Vertikalen“ sind die Echten Spechte außerdem mit einem kräftigen Stützschwanz ausgerüstet. Mit ihrem langen, meißelartigen Schnabel legen sie im morschen Holz Höhlen an, in denen sie auch ihre Jungen großziehen.

Der Großteil der Echten Spechte sucht auch im Holz nach Nahrung – vornehmlich nach Insekten und deren Larven, die sie mit ihrer langen Zunge aus ihren Gängen ziehen. Das Holz der Bäume dient den Tieren aber nicht nur als Behausung und gut gefüllte Speisekammer: Sie verwenden es auch zur Lauterzeugung. Mit ihrem charakteristischen Trommeln stecken Spechte ihr Revier ab und versuchen Partner anzulocken. Da beim Klopfen auf das Holz enorme Kräfte vor allem auf den Kopf der Vögel einwirken, weist ihr Schädel spezielle Anpassungen auf, die dazu dienen, die Erschütterungen zu dämpfen. Denn der Kopf des Vogels muss einen Aufprall abfedern, der ca. dem 1000-fachen der Erdbeschleunigung entspricht!

Spechte sind in der Lage, größere Belastungen auszuhalten als wir Menschen, da sie ein absolut viel kleineres Gehirn besitzen. (Zudem ist Aufprall beim Hacken deutlich kürzer als etwa bei einem Autounfall.) Darüber hinaus sorgt eine ganze Reihe von anatomischen Spezialanpassungen dafür, dass der Specht keine „Kopfschmerzen“ bekommt.

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Vermittlungskonzept Ausstellung Spechte

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