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. Photomuseum Bad Ischl


 

Das Gesamtprojekt Kaiserpark Kaiservilla und Cottage (Marmorschlössl) wurde im Jahre 1859 dem k.k. Hofgärtner Franz Rauch anvertraut, der es schließlich im Jahre 1861 fertig stellen konnte. Es umfasste den Umbau der ehemaligen Villa Elz zur kaiserlichen Sommerresidenz, die Gestaltung des Parks sowie den Bau des Marmorschlössls. Franz Rauch war dazu bestens prädestiniert, da er bereits Jahre früher von Kaiser Franz I. nach England und Frankreich entsandt worden war, um die Gestaltung von Gärten zu studieren.

Nachdem das Marmorschlössl  in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg verschiedenen anderen Zwecken gedient hatte, begann es zu verfallen und war Anfang der 1970er Jahre ernsthaft gefährdet. Das Zusammentreffen mehrerer Umstände, die schließlich die Rettung dieses Bauwerkes und die Umwandlung in ein Photomuseum bewirkten, darf als Glücksfall bezeichnet werden.

Es ist dem Eigentümer Mag. Markus Habsburg-Lothringen zu danken, dass er den Ernst der Lage richtig erkannte und mit dem Land Oberösterreich im Jahre 1975 einen Bestandsvertrag auf 50 Jahre abschloss und die Pflege und Wartung übertrug. Gleichzeitig wurde für die Photogeschichtliche Sammlung Hans Frank, bisher in Salzburg untergebracht, die neue Heimstätte gefunden.

Auf Initiative von Komm.Rat Kurt Römers erwarb das Land Oberösterreich die einmalige Sammlung, um sie im Marmorschlössl einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

In Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Stadtgemeinde Bad Ischl wurde die Wiederinstandsetzung in Angriff genommen. Die Eröffnung fand am 29. Juni 1978 durch Landeshauptmann Dr. Ratzenböck statt. Er bezeichnete die Instandsetzung als ein Beispiel mustergültiger Zusammenarbeit von Privatinitiative, öffentlicher Denkmalpflege und Kulturpolitik.

Die Photogeschichtliche Sammlung Frank, nunmehr Photomuseum des Landes Oberösterreich, hält durchaus jeden Vergleich mit ausländischen Museen stand. Es wird aber sicher kaum ein anderes Museum geben, das von der Landschaft, dem Bauwerk und dem geschichtlichen Rahmen her ähnlich untergebracht ist. Wenn man Raum 1 betritt, fällt der Blick zunächst auf eine Büste von Daguerre und die Porträts von Nièpce und Talbot.

Lois Jacques Mandé Daguerre (1787–1851) arbeitete mit Nièpce zusammen und vollendete nach dessen Tode die Erfindung. Er gilt als Erfinder der Photographie. Das offizielle Datum der Erfindung ist der 19. August 1839, an dem Arago in der Academie Francaise die Erfindung der Daguerreotypie verkündete.

William Henry Fox Talbot (1800–1877) arbeitete in England zur gleichen Zeit wie Daguerre in Frankreich an einem Negativ-Positiv-Verfahren. Er nannte sein Verfahren Calotypie – es wird aber auch als Talbotypie bezeichnet.

Unter dem Eindruck der Erfindung der Photographie erklärte der Maler Paul de la Roche spontan die Malerei für tot. Natürlich war dies nicht der Fall. Die Photographie wurde zwar bald zum bevorzugtem Mittel des Porträtierens, allein schon wegen der sicher größeren Genauigkeit der Abbildung. Es begannen sich aber sehr bald viele Maler für dieses neue Medium zu interessieren, und man konnte sogar von einer fruchtbaren Symbiose sprechen. Im Photomuseum kann auch eine Reihe von Daguerrotypien bewundert werden. Weiters ist auch das sogenannte Petzval Objektiv, ein Objektiv mit für die damalige Zeit unwahrscheinlicher Lichtstärke zu sehen. Der Österreicher Ludwig Petzval hatte damals mangels Computer 10 im Rechnen geübte Artilleristen, die dieses Objektiv errechneten.

Der nächste Raum ist der sogenannte große Salon. Die Ausstattung dieses Raumes vermittelt den Eindruck von höchstem handwerklichen Können, gepaart mit einem wohldurchdachten künstlerischen Konzept. Hinzu kommen die prachtvolle Decke und der aufwendige Parkettboden. Auf den Postamenten der Türen bzw. Fensterverkleidungen finden wir insgesamt 16 Figuren aus dem Nibelungenlied. Von Siegfried über Brunhilde und Hagen ist alles vertreten, was Rang und Namen hat. Das Nibelungenlied wurde im 19. Jahrhundert wiederentdeckt und kann sicher auch in einen gewissen Zusammenhang mit dem damaligen nationalten Bewusstsein gebracht werden.

In den folgenden Räumen findet der Besucher die Geschichte der Photographie in verschiedenen Exponaten und Dokumentationen dargeboten. Vor allem die Leistungen Österreichs auf dem Gebiet der Photographie werden dokumentiert. Das Museum hat in den letzten Jahren zwei bedeutende Zugänge, nämlich die Sammlung „die erzählenden Leicas“, ein Geschenk vom ehemaligen deutschen Bundesinnungsmeister Heinz Binseil und die von Georg Habsburg-Lothringen und seiner Mutter geschenkten 400 Autochrome. Es handelt sich um die ersten Farbdias. Um sie den Besuchern zugängig zu machen, werden sie in einem Film „die Leidenschaft der Erzherzogin Margaret“ den Besuchern gezeigt.

4820 Bad Ischl

Jainzen 1
Tel: +43-6132-24422