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Fotografie

Die Landesgalerie Linz verfügt mit den beiden Sammlungen von Hans Frank sowie von Gerda und Erich Walter über zwei wichtige Belege für die Fotografie in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert. Gemeinsam dokumentieren die Sammlungen ein breites Spektrum an unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten und Funktionszusammenhängen der Fotografie in einem Zeitraum von mehr als 150 Jahren. Gleichzeitig repräsentieren sie eine lange Tradition von Rezeptionsmustern, in denen das Verhältnis von Kunst und Fotografie immer wieder neu definiert und auf unterschiedliche historische, theoretische und konzeptuelle Kontexte bezogen wurde.

Gerade durch ihr spezifisches Profil verweisen die beiden Sammlungen auch auf die differenzierten Konzepte, nach denen der Salzburger Fotograf Hans Frank (1908-1987) und der Steyrer Arzt Erich Walter (1944-1999) Fotografien sammelten.

 

Die historische Fotosammlung geht auf die ehemals private Sammlung von Hans Frank zurück. Als einer der Ersten im deutschsprachigen Raum hat er eine kulturhistorisch bedeutende Sammlung zur Geschichte der Fotografie zusammengetragen. Die sowohl aus Bildobjekten (Fotografien) als auch aus historischen Kameras bestehende Sammlung wurde 1975 vom Land Oberösterreich angekauft. Als Aufstellungs- und Präsentationsort wurde 1975 für die Dauer von 50 Jahren das Marmorschlössl im Kaiserpark in Bad Ischl gepachtet. Am 29. Juni 1978 wurde das „Photomuseum des Landes Oberösterreich“ eröffnet: das erste und bis heute einzige Photomuseum in Österreich.

Heute werden die Bildbestände der Sammlung Frank in der von der Landesgalerie Linz betreuten Fotosammlung verwahrt und wissenschaftlich bearbeitet. Seit 2012 präsentiert sich das Photomuseum Bad Ischl mit einer völlig neu konzipierten Dauerausstellung, die Highlights aus der Sammlung Frank zeigt.

Die historische Fotosammlung umfasst insgesamt ca. 15.000 Fotoobjekte aus der Sammlung Frank. Sie ist inhaltlich der Geschichte der analogen Fotografie gewidmet. Die Zeitspanne reicht dabei im Wesentlichen von der Frühzeit des Mediums um 1840 bis in die Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts.

Neben historischen umfasst die Fotosammlung auch umfangreiche zeitgenössische Bestände, die kontinuierlich durch Neuankäufe erweitert werden. Mit den beiden Sammlungen von Hans Frank sowie von Gerda und Erich Walter verfügt die Landesgalerie Linz über zwei wichtige Belege für die Fotografie in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert. Durch ihr spezifisches Profil verweisen die beiden Sammlungen auch auf differenzierte Sammlungskonzepte.

Hans Frank

Hans Franks Zugang war ein fotohistorischer. Sein Ziel war eine Enzyklopädie zur Geschichte der Fotografie. Er bemühte sich um die Dokumentation von Fotografen und ihren Ateliers, von verschiedenen Techniken und Funktionen des Mediums. Die zwei herausragenden Momente seiner Wirkungsgeschichte waren die Gründung eines eigenen Museums für Fotografie in Bad Ischl 1978 und sein Beitrag an der Erarbeitung der "Geschichte der Fotografie in Österreich" in den frühen 1980er Jahren.

Erich Walter

Erich Walter, der 1980 die Fotogalerie "7-Stern" in Steyr gründete und sie bis 1991 betrieb, war weniger an der Geschichte der Fotografie als an ihrem Einsatz durch die zeitgenössische Kunst interessiert. Sein Engagement wurde somit auch repräsentativ für ein neues bzw. verändertes Bewusstsein, das die Fotografie als ein Instrument verschiedenster künstlerischer Konzepte verstand. Gleichzeitig konnte Walter mit seiner Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit einen Förderungsimpuls für die Produktion und Rezeption der Fotografie in Österreich leisten. Mehrere junge Fotograf/innen fanden in ihm einen wichtigen Förderer.

August Sander

Zu einem Höhepunkt der Fotosammlung der Landesgalerie gehören Arbeiten von August Sander, der vor allem durch sein großangelegtes Mappenwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ als eine der einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten für die Etablierung der Fotografie als künstlerisches Medium gilt.

Obwohl Sander heute zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt und weltweit in wichtigen Museumssammlungen vertreten ist, besteht wenig Kenntnis, dass er zwischen 1901 und 1909 ein Atelier in Linz in Österreich betrieb. Dabei erwiesen sich gerade die Linzer Jahre als eine für Sander wichtige Phase, die mit verschiedenen familiären und beruflichen Ereignissen, sozialen Kontakten zu Linzer Bürgern sowie künstlerischen Einflüssen auf vielfältige Weise einen komplexen Erfahrungshintergrund für die weitere Entwicklung seines Werkes verdeutlichen kann.

Einen exemplarischen Hinweis auf die Wirkungsgeschichte von August Sander und liefern Aufnahmen von Bernhard Fuchs, in dessen Werk seit den frühen 1990er Jahren Fotografien von Menschen ebenfalls einen Schwerpunkt bilden. In den letzten Jahren schlossen sich Aufnahmen von Autos, Landschaften und Bauernhöfen als konzentrierte Werkgruppen den zwischenzeitlich international wahrgenommenen Porträts an.

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