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Triumph der Minerva Urbaan und Daniel Leyniers und Hendrik Reydams (Weber) nach Jan van Orley (Figuren) und Aurèle Augustin Coppens (Landschaft),  Brüssel, nach  1717 </br>

Kunstgewerbe

Vom Mittelalter bis zum Historismus und Jugendstil erstreckt sich der abwechslungsreiche Bogen der Sammlung, die alle Bereiche des Kunstgewerbes umfasst. Der Bogen reicht von kostbaren Goldschmiedearbeiten über Gläsern und Keramiken bis zu Tapisserien, Möbeln, Kachelöfen und gesamten Zimmereinrichtungen.

Die unmittelbar nach der Museumsgründung begonnene Kunstgewerbesammlung des Oberösterreichischen Landesmuseums verdankt ihre Entstehung vor allem einer Reihe von Spenden und Legaten. So stammen die gotischen Möbel aus dem Legat Ritter von Az und das Makart-Zimmer aus dem Nachlass der Enkelin des Malers. Auch die Schenkung Kastner enthält bedeutendes Kunstgewerbe vom Mittelalter bis zur Sezession.

Die Bestände umfassen etwa 400 Möbel, 900 Goldschmiedearbeiten, 500 Werke aus Zinn, 600 Werke aus Eisen, 1.700 Keramiken, 500 Werke aus Porzellan, 700 Gläser und 1200 Varia und etwa 500 Textilien. Schwerpunkte sind die gotischen Möbel und Goldschmiedearbeiten, die Prunktüren aus Schloss Hartheim, die prachtvollen Kachelöfen der Renaissance und des Barocks, die reiche Sammlung an Gmundener Keramik und die Werke des Wiener Jugendstils.

Zu den frühesten Werken der Sammlung gehören Limousiner Emails, ein Elfenbeinkästchen und mehrere gotische Elfenbeinreliefs. Die Prozessionsstangen und -kreuze sowie der auf ein Wägelchen montierte Palmesel geben einen Eindruck mittelalterlicher Prozessionen. Unter den gotischen Möbeln ragt der Sakristeischrank aus Eferding hervor, der – wie ursprünglich – liturgische Geräte birgt, darunter eines der seltenen Exemplare eines "Greifenklau".

Die auf mehrere Räume verteilten Decken und Prunktüren aus Schloss Hartheim, kunstvolle Schränke und Kästchen, eine italienische Cassone (Truhe), eine flämische Tapisserie mit Straußen und der große Ofen aus Schloss Würting geben einen Eindruck von der Wohnkultur der Renaissance. Eine Kachelserie mit dem Vater Unser und mit Allegorien, bemalte Keramikteller aus Urbino, mehrere Reichsadlerhumpen und eine kunstvoll verzierte Eisentruhe zeugen vom luxuriösen Leben des Adels und des reichen Bürgertums.

Der Kurfürstenofen aus Schloss Wildshut, die Festtafel des Schwanenstädter Fundes, prunkvolle Möbel, ein Paradeschlitten und das Riesen-Schachspiel aus Schloss Weinberg sind Zeugnisse barocker Lebensfreude. Die reichen Bestände an Keramiken geben einen Überblick über die wichtigsten europäischen Manufakturen, insbesondere jene von Gmunden. Unter den Gläsern sind vor allem die böhmischen Prunkpokale hervorzuheben. Zu den Glanzstücken der Sammlung gehört eine große Tapisserie, die den Sieg des Friedens über den Krieg verherrlicht.

Das Sensenschmied-Zimmer gibt eine Vorstellung vom vornehmen Lebensstil der "schwarzen Grafen". Es leitet über zum Biedermeier, das durch Wiener Porzellan, Gläser, Werken aus Eisenguss und die Miniaturschnitzereien Johann Rints vertreten ist. Zwei Zimmer, davon eines aus dem Nachlass Hans Makarts, geben einen Eindruck vom Lebensstil der Ringstraßenzeit. Ein Kachelofen Robert Obsiegers und ein abstraktes Glasmosaik von Peter Behrens runden die Sammlung ab.

Die Abteilung versteht sich als Anlaufstelle für die landeskundliche Forschung, auf der auch der Schwerpunkt der Ausstellungen liegt. 1987 war eine international viel beachtete Ausstellung den Thema Schmuck und seinen künstlerischen und gesellschaftlichen Aspekten gewidmet. 1994 standen die barocken Prunkpokale und die Lötz-Gläser im Mittelpunkt einer Ausstellung. In Zusammenarbeit mit dem Museum für angewandte Kunst wurden der Schmuck der Schenkung Kastner und die Linzer Teppiche wissenschaftlich bearbeitet. 2002 wurde anlässlich des Gotik-Projekts auch das gotische Kunstgewerbe erforscht. Die Sammlung war zuletzt 2015 an der Ausstellung "Mythos Schönheit" beteiligt und wird es auch 2016 bei jener zum 50-Jahr-Jubiläum des Schlossmuseums Linz sein.

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