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Sujet von „Schande, Folter, Hinrichtung. Ein Projekt zur Aufarbeitung der oö. Rechtsgeschichte“ bestehend aus einem kleinem Richtrad, einer Schandgeige, einer Schandmaske, einer Daumenschraube und einem Marktrichterstab.<br>Zwischen 2004 und 2011 war das Oö. Landesmuseum Leiter eines Forschungsprojektes. Das Projekt, das der Aufarbeitung der oö. Rechtsalterümer diente und den Namen „Schande, Folter, Hinrichtung“ trug, wurde von 65 Heimatforschern und 14 Kooperationspartnern getragen. Es fand große Anerkennung und wurde in Paris in einer internationalen Fachtagung mit dem Titel „Das Schamgefühl zwischen Strafe und Buße“ vorgestellt. Heute arbeitet das Salzburg Museum an einer ähnlichen Aufarbeitung.

Rechtsaltertümer

Die Sammlung "Rechtsaltertümer" umschließt unter anderem den Bereich des Strafvollzuges. So finden sich neben Schandmasken, Schandgeigen und einer Bäckerwippe auch Richtschwerter, Henkerbeile und Richträder. Des Weiteren besitzt das Museum diverse Foltergeräte, die zum Erpressen von Geständnissen verwendet wurden.

Die Sammlung wurde bis vor einigen Jahren zum überwiegenden Teil im Schloss Scharnstein im Rahmen des Museums für historische Kriminologie präsentiert. Sie ist in ihren Anfängen so alt wie das Oberösterreichische Landesmuseum. Die wesentlichsten Objekte gelangten in den Jahren 1864 bis 1870 aus den Schlössern Rannariedl, Falkenstein und Wartenburg, sowie den Gemeinden Linz und St. Florian in die kunst- und kulturgeschichtliche Abteilung. Im Jahre 1885 wurde die Sammlung durch das Futteral (ein messingener Behälter mit Samtüberzug) mit hölzernen Richterstäben abgerundet. Es wurde vom letzten Bannrichter im oberen Donautal, Dr. Josephus Pflügl gespendet. Alle später noch fallweise erworbenen Objekte waren - mit Ausnahme der Marchtrenker Wiege und dem Henkerskarren von Neufelden - nur mehr von zweitrangiger Bedeutung.

Die derzeit ca. 500 Objekte umfassende Sammlung beinhaltet den Bereich der Gerichtsbarkeit, aber auch jenen des richterlichen Vollzugs. Besondere Bedeutung kam den in der Sammlung befindlichen Stadtrichterschwertern, Richterstäben und Freyungen zu, die neben repräsentativen auch rechtssymbolischen Charakter haben. Die Objekte des Strafvollzuges wurden für geringere und gröbere Vergehen eingesetzt. Schwerpunkte bilden Folterinstrumente als Mittel der Beweisführung, Geräte zur Ehren- und Schandstrafe und Objekte zur Körper- und Lebensstrafe.
Einige Objekte der Sammlung werden in der Dauerausstellung des Schlossmuseums Linz gezeigt.

Zwischen 2004 und 2011 wurde der Gesamtbestand der Sammlung im Rahmen des Projekts "Schande, Folter, Hinrichtung. Ein Projekt zur Aufarbeitung der oberösterreichischen Rechtsgeschichte" wissenschaftlich bearbeitet und publiziert.

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