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Volkskunde und Alltagskultur

Seit den Anfängen des Musealvereins wurden volkskundliche Objekte in die Bestände aufgenommen, die Zeugnis von der historischen und gegenwärtigen Sachkultur Oberösterreichs geben. Neben den klassischen Sammelschwerpunkten aus dem bäuerlichen Bereich, wie Trachten, Keramik, Eisenkunst, Möbel, Volkskunst und Handwerksgeräten wird die Sammlung seit einigen Jahrzehnten auch um Alltagsgegenstände aus Oberösterreich vermehrt. Dabei werden auch Zeugnisse aus der Industrie-, Arbeiter- und Freizeitkultur, wie ein VOEST-Bauarbeiterhelm, Blauzeug, ein Kulturhauptstadt Linz 09-Button und Beispielprodukte aus der handwerklichen und industriellen Fertigung gesammelt.

Von der Idee und vom Material bildete die "Oberösterreichische Bauernwohnung " im Souterrain des Francisco-Carolinum den Mittelpunkt der volkskundlichen Sammlung. Diese besteht seit 1880 als Teil der Kunst- und Kulturgeschichte und seit 1939 als eigene Abteilung.
Die Abteilung wuchs 1941 durch die Übernahme der "Zöhrer-Sammlung" (annähernd 2.000 Objekte) und der Sammlung Hofrat Anton Pachinger. Zusätzlich auch durch systematische Sammeltätigkeit, also "Rettungsankäufe" im Sinne des Heimatschutzes.

Aus der Kunstabteilung konnte man die Kostümsammlung, Hinterglasbilder und in den 1960er Jahren die Spielzeugbestände und Krippenfiguren übernehmen.

Um die Neuausrichtung der Sammlung zu verdeutlichen, wurde die Volkskundeabteilung 2015 in "Abteilung für Volkskunde und Alltagskultur" umbenannt.

Die Sammlung umfasst derzeit rund 33.000 numerisch erfasste dreidimensionale Objekte und rund 20.000 zweidimensionale Objekte aus dem sogenannten Bildarchiv. Sie haben den Schwerpunkt Oberösterreich und beinhalten einerseits etliche Spezialsammlungen andererseits aber auch regionale (Salzkammergut) und thematische Einheiten. Außerdem stehen ein umfangreiches Plan- und Bildarchiv und einige Nachlässe, unter anderem Dokumentaraufnahmen, zur Verfügung. Allein die Textilsammlung mit Kleidungsstücken, Handarbeiten und Stoffen, sowie dem dazugehörigen Gerät und Vorlagen umfasst rund 8–10.000 Objekte.

Die vorzügliche und in Europa ihresgleichen suchende Möbelsammlung beinhaltet etwa 600 bemalte Möbel und ist zum Teil in der Außenstelle im Freilichtmuseum Sumerauerhof St. Florian ausgestellt. Auch die Objektgruppen Hinterglasbilder, Krippen und Textilien sind nicht nur auf Grund ihrer Anzahl, sondern auch wegen ihrer hohen Qualität erwähnenswert.

Der Muster- und Modellcharakter aus den Anfangsjahren des Oberösterreichischen Musealvereines stellt derzeit einen neuen Forschungsschwerpunkt zunächst im textilen Bereich, später bei anderen Sachgütern dar. Die volkskundliche Abteilung versteht sich auch als zentrale Forschungs- und Verbindungsstätte, bzw. Ansprechpartner bei volkskundlichen Fragen aus allen Bereichen. Aus diesem Grund sollte die Beispielsammlung auch zur wissenschaftlichen Bearbeitung Interessenten zur Verfügung stehen. Dies zu strukturieren, ist das Ziel der nächsten Jahre.

Um diese aktuelle Sammlungsstrategie nicht nur im eigenen Haus umzusetzen, sondern auch österreichweite Wirkung zu erzielen und Abstimmungen in den Sammlungskonzepten der Museen zu erreichen, betrieb und betreute die Volkskundeabteilung das Projekt "Alltagskultur seit 1945". Seit 2015 besteht die ARGE "mustergültig", die sich dem Aufsammeln von Mustern und Musterbeispielen mit dem Ziel der wissenschaftlichen Bearbeitung zunächst im textilen Bereich widmet.

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