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Schmetterlingssammlung.<br>Die umfangreiche Schmetterlingssammlung wurde seit der Gründung des Museums 1833 durch unzählige Sammler aufgebaut und repräsentiert überwiegend die heimische Fauna. Foto Biologiezentrum Linz.

Insektenkunde

(Entomologie)


Die Insektensammlung ist mit mehr als 4,5 Millionen Einzelpräparaten die zweitgrößte Insektensammlung Österreichs. Seit 1833 bestehend, wird sie heute am Biologiezentrum Linz des Oberösterreichischen Landesmuseums betreut.

Die Ursprünge der Insektensammlung gehen auf die Gründungszeit des Oberösterreichischen Landesmuseums (Musealverein) im Jahr 1833 zurück. Eine erste professionelle Betreuung erfuhr die Sammlung in den Jahren 1902 bis 1922 durch den Lepidoterologen (Schmetterlingsforscher) und Sammler Franz Hauder. Er stellte zwischen 1902 und 1922 die entomologische Sammlung für das damals neue Museumsgebäude Francisco-Carolinum zusammen.

Seit 1914 wird die Sammlung durch fachlich zuständige Kustod/innen betreut. Dabei konnte eine Arbeitsgemeinschaft bei der Sammlungsbetreuung weitgehend autonom vorgehen: Dr. Theodor Kerschner (1914 - 1945), Dr. Franz Spillmann (1946 - 1947), Dr. Wilhelm Freh (1947 - 1949), Dr. Ämilian Kloiber (1949 - 1952, 1957 - 1962), Franz Helmut Hamann (1952 - 1954, 1962 - 1970), Dr.in Ilse Zeitler (1955 - 1957), Doz. Dr. Franz Speta (1970 - 1973, 1979 - 1981), Prof. Günther Theischinger (1974 - 1979) und Mag. Fritz Gusenleitner (seit 1981). Die Sammlungsbestände werden ausschließlich am Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz-Dornach gelagert.

Im Bereich der Insektensammlung arbeiten derzeit Helmut Josef Schmidt und Roland Zarre als Präparatoren, sowie Claudia Reitstätter als Schreibkraft.

Derzeit fallen unter die Zuständigkeit des Kustos der Insektensammlung auch die Bereiche Zeitschriftenredaktion (Linzer biologische Beiträge, Beiträge zur Naturkunde Oberösterreichs, zum Teil Stapfia und Denisia), die Betreuung der Entomologischen Arbeitsgemeinschaft und die Leitung des Biologiezentrums Linz.

Die Objekte der Sammlung stammen aus der ganzen Welt mit einem Sammlungsschwerpunkt auf Österreich. Die etwa 4,5 Millionen Einzelpräparate werden zum Großteil als Trockensammlungen, aber auch als Flüssigkeitspräparate und Gefriertrockenpräparate gelagert. Zu etwa 25 % ist die Sammlung EDV-erfasst, wobei sich die Erfassung primär auf die österreichischen Präparate konzentriert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei bei der Erfassung der Schmetterlinge und Hautflügler.

Der Umfang der Sammlungen sowie das weltweit verstreute Fachwissen ermöglichen nur schrittweise eine Aufbereitung des Materials auf Artniveau, woran permanent gearbeitet wird.

Als weiteres verfolgtes und teilweise umgesetztes Ziel ist die individuelle Etikettierung mit Bestimmungsergebnissen, die einheitliche Außen- und Bodenbeschriftung der Sammlungskästen sowie eine Verbesserung der Sammlungszugänglichkeit.

Ein großer Teil des Hymenopteren-Typenmaterials ist im Datenarchiv ZOBODAT in Form einer Fotodokumentation vorhanden (derzeit ca. 15.000 Bilder), weitere Typenbestände werden sukzessive erfasst.

Die zugrundeliegenden Typenlisten stehen hier weiter unten als Download zur Verfügung.

Ein Schwerpunkt der Forschungstätigkeit liegt in der Taxonomie der Hautflügler (insbesondere Hymenoptera: Apidae), sowie in der Aufarbeitung der österreichischen Geschichte der Naturwissenschaft.

Aktuell wird das Typenmaterial aculeater Hymenopteren (d. h. Bienen, Wespen, Ameisen und Verwandte) bilddigitalisiert.

Ein Ziel besteht darin, zukünftig die Sammlungen von international bedeutenden Wissenschaftern wie Josef Gusenleitner, Maximilian Schwarz, Andreas Werner Ebmer, Heinz Mitter und Hans Malicky zu erwerben. Die ersten vier genannten Personen sind oberösterreichischer Herkunft, die seitens des Landes Oberösterreich für ihre Verdienste als Konsulenten ausgezeichnet wurden.

In der Sammlung arbeiten Wissenschafter/innen und Studierende aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde. Um den wissenschaftlichen Austausch zu fördern, werden weltweit und in großer Zahl eigene Präparate verliehen.

Viele Einzelprojekte werden von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Entomologie durchgeführt, mit der gemeinsam jährlich im November die größte österreichische Insektentagung veranstaltet wird.

Die Sammlung der Insektenkunde pflegt intensive Kontakte zu zahlreichen Musealsammlungen und Wissenschaftler/innen in Österreich, Europa und anderen Kontinenten.
Kooperationspartner sind unter anderen das Naturhistorische Museum in Wien, das Natural History Museum in London, die ETH Zürich, die Universität Belgrad, das Museum St. Petersburg, die Zoologische Staatssammlung in München, die Carlifornia Academy of Sciences sowie viele weitere Institute.

Weitere Informationen zu Publikationen und Personen in ZOBODAT.

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Sammlung Entomologie (Insektenkunde)

 

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