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Wirbeltiere

Die Wirbeltiersammlung hat mehrere Facetten. Sie ist Aufbewahrungsort der materiellen Sammlungsbelege (Präparate, Archivalien), organisatorisches Zentrum für Aufsammlungen, Präparation, Konservierung, Analyse und Dokumentation. Gleichzeitig ist sie geistige Plattform und Treffpunkt für Wissenschaftler/innen und Amateure, was die Wirbeltierforschung in Oberösterreich und darüber hinaus betrifft.

Die Ursprünge der Wirbeltiersammlung gehen auf die Gründung des Oberösterreichischen Landesmuseums als Musealverein 1833 zurück. Bis Ende des 19. Jahrhunderts lag das Schicksal der Wirbeltiersammlung in sehr unprofessionellen Händen. Erst der Neuseelandforscher Andreas Reischek griff 1895 bis 1902 als erster Fachmann ordnend in die Wirbeltiersammlung ein. Völlig neue Impulse erhielt die Wirbeltiersammlung unter Dr. Theodor Kerschner, dem ersten akademisch ausgebildeten Zoologen am Oberösterreichischen Landesmuseum (1914 bis 1945).

Ihm folgten Dr. Franz Spillmann (1946 - 1948), Dr. Ämilian Kloiber (1949 - 1971), Dr.in Gertrude Th. Mayer (1972 - 1979), Dr. Gerhard Aubrecht (1980 - 2013) und Mag. Stephan Weigl (ab 2014). Derzeit werden die Sammlungsbestände am Biologiezentrum Linz des Oberösterreichischen Landesmuseums und im Depot Lindengasse (Linz-Urfahr) gelagert.

Den Schwerpunkt bildet die Vogelsammlung (Aves). Die umfangreichsten Sammlungskomplexe kamen unter Theodor Kerschner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Wirbeltiersammlung.

Sammlungszugänge fallen derzeit hauptsächlich durch Spenden und durch Ankauf an. In den letzten Jahren wurde die Sammlung auch gezielt mit geeigneten Präparaten für die Ausstellungstätigkeit ausgebaut.

Im Bereich der Wirbeltiersammlung arbeitet derzeit Jürgen Plass als Fachkraft. Das Präparatorium für Wirbeltiere mit dem Präparator Roland Rupp wird von Mag. Stephan Weigl geleitet. Derzeit fallen unter die Zuständigkeit des Kustos der Wirbeltiersammlung auch die Bereiche Naturschutz, Datenbanken und die Betreuung der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft und die Leitung des Biologiezentrums Linz.

Die Wirbeltiersammlung umfasst mehr als 36.000 Einzelobjekte von etwa 1.700 Arten. Zu den Wirbeltieren zählen die Tiergruppen Fische (Pisces), Lurche (Amphibien), Kriechtiere (Reptilien), Vögel (Aves) und Säugetiere (Mammalia). Die Präparate liegen vor allem in Form von Dermoplastiken (Stopfpräparate), Bälgen, Skelett(teilen), als Flüssigkeitspräparate und Gewebeproben vor. Dazu kommen Gelege, Nester und Spezialsammlungen wie z. B. Federn, Gefriertrockenpräparate und Fraßspuren. Einen traditionellen Schwerpunkt bildet die Vogelsammlung, von der auch die historisch bedeutendsten Belege stammen.

Die Wirbeltiersammlung beteiligt sich auch am Ausbau des biographischen Archivs am Biologiezentrum Linz. Ein Großteil der Sammlungsbestände ist digital erfasst.

Geografisch bezieht sich die Sammlung schwerpunktmäßig auf Oberösterreich, wobei besonders für Vergleichsstudien und vor allem in Hinblick auf Ausstellungen Objekte aus aller Welt kommen.

Umfang der Sammlung

  • Amphibia 400
  • Aves 16.000
  • Mammalia 10.000
  • Pisces 500
  • Reptilia 500
  • Coll. Theodor Angele (inkl. Coll. August G.H. Rudatis), 1867 - 1920: vor allem Greifvögel und Eulen weltweit, Natalsammlung (Aves)
  • Coll. Georg Wieninger, 1870 - 1911: aus dem Landwirtschaftsmuseum Otterbach b. Schärding, Haustiere, Pathologie-Präparate, Präparate aus Südamerika (Paraguay)
  • Coll. Andreas Reischek, 1877 - 1888: Neuseelandsammlung
  • Coll. Josef Lindorfer, 1874 - 1942: Gelege aus Lambach Umg., Oberösterreich
  • Coll. Josef Roth, 1922 - 1940: Vögel und Säuger aus Oberösterreich (vor allem Umg. Wels und mittleres Mühlviertel)
  • Coll. Georg Erlinger, 1950 - 1986: Belege von den Innstauseen (Oberösterreich)
  • Historische Eiersammlungen: 19. Jahrhundert
  • Oberösterreich Coll. 20. Jh., angelegt von Th. Kerschner, laufender Ausbau
  • Coll. von spez. Austellungspräparaten
  • Säugercollection aus Costa Rica, 2005

Das Ziel der Wirbeltiersammlung ist neben deren Bewahrung und Dokumentation eine dynamische Weiterentwicklung, die beständig für neue Methoden und Zielsetzungen offen ist. Damit gehen Kooperation und Kommunikation mit Wissenschaftler/innen, Amateuren und der Öffentlichkeit einher, mit dem Ziel, die in der Wirbeltiersammlung gespeicherte Information zugänglich und vielfältig nutzbar zu machen.

Derzeitige, vorwiegende Nutzungsarten der Sammlung

  • Faunistische, historische Rekonstruktionen von Faunen,
  • Rekonstruktion von Biografien der Sammler (Wissenschaftsgeschichte),
  • Vergleichssammlung für Bestimmungszwecke,
  • Populationsgenetische Analysen,
  • Taxonomische Fragen,
  • Ausstellungszwecke.

 

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