toplink
Das Schloss Greinburg.

OÖ. Schifffahrtsmuseum Grein

Das Oberösterreichische Schifffahrtsmuseum ist in der architekturgeschichtlich hoch bedeutenden Greinburg beheimatet. Gezeigt werden Schifffahrt und Flößerei auf der Donau sowie der Verkehr auf ihren Nebenflüssen, vorwiegend auf der Traun und der Enns anhand von Plan- und Skizzenmaterial, Modellen und historischen Originalobjekten.

Anhand Modellen und historischen Originalobjekten werden Schifffahrt und Flößerei auf der Donau sowie der Verkehr auf ihren Nebenflüssen (vorwiegend Traun und  Enns) gezeigt. Das Museum ist von der Stiftung der Herzog von Sachsen-Coburg und Gothaschen Familie getragen und fast ausschließlich aus Beständen des Oberösterreichischen Landesmuseums ausgestattet. Die Darstellung der historischen Schifffahrt auf den Flussläufen Oberösterreichs wurde durch die Forschungstätigkeit Max Neweklowskys aufgebaut.

Das Oberösterreichische Schifffahrtsmuseum ist im ältesten Wohnschloss Österreichs untergebracht. In vier markanten Bauphasen erhielt die Greinburg, die sich geographisch im unteren Mühlviertel im Strudengau befindet, ihr heutiges Aussehen.

Erstmals erwähnt wurde die Burg am 10. März 1488, da Kaiser Friedrich III. den Ausbau der Burg urkundlich gestattete. Dieser wurde 1491 von den Gebrüdern Heinrich und Siegmund Prüschenk, Freiherren von Stettenberg und Eigentümer der spätmittelalterlichen Burg, in spätgotischer Anmutung umgesetzt. Die baulich adaptierte Burg sollte die Sicherung des Machlandes gegen böhmische, ungarische und türkische Einfälle gewährleisten. Der Name der Burg lautete damals ‒ in Anlehnung an ihre Eigentümer ‒ „Stettenfels“. In dieser Zeit wurde auch das Zellen- oder Diamantgewölbe errichtet.

Im 16. Jahrhundert wurde die Burg, seit 1504 „Heinrichsburg“ genannt, neuerlich im Sinne der Hochrenaissance (mit Stuckdecken) und des Manierismus (mit Kassettendecken) umgebaut ‒ ohne jedoch die spätgotischen Elemente zu entfernen. In der vierten und letzten Bauphase, die im Auftrag von Graf Leonhard Heinrich von Meggau erfolgte, wurde schließlich das Steinerne Theater, die sogenannte Sala Terrena, mit zum Teil eingefärbten Donaukieseln errichtet. Auch der dreigeschossige Arkadengang im Innenhof, der der Fassade vorgeblendet wurde, entstand in dieser Zeit.

Ab 1533/34 wechselten die Besitzer der – seit 1533 so genannten ‒ „Greinburg“. Erst seit 1822 ist das Herzogliche Haus Sachsen-Coburg und Gotha Schlosseigentümer. Seither haben die Sachsen-Coburger unter den souverän regierenden Adelshäusern des Kaiserreiches Österreich einen erblichen Sitz.

Die Greinburg war nach dem Zweiten Weltkrieg ‒ wie auch das restliche Mühlviertel ‒ unter russischer Besatzung und wurde erst 1958 an die Stiftung der Herzog von Sachsen-Coburg und Gothaschen Familie zurückgegeben. 1969 begannen Renovierungsarbeiten. 1970 entstand das Oberösterreichische Schifffahrtsmuseum in Kooperation mit dem Oberösterreichischen Landesmuseum. Bis heute wird das Schloss von der herzoglichen Familie bewohnt.

Seit 1970 befindet sich der größte Teil der schifffahrtsgeschichtlichen Bestände des Oberösterreichischen Landesmuseums in Schloss Greinburg. Das Museum, das auf Initiative der Herzogin Viktoria Adelheid von Sachsen-Coburg und Gotha eingerichtet wurde, beschäftigt sich mit der Schifffahrt auf oberösterreichischen Gewässern. Die ausgestellten Objekte sind detailgetreue Modelle der Floß-, Ruder- und Dampfschifffahrt. Neben diesen finden sich auch solche, die dem Wasserbau gewidmet sind. Ein Teil der Modelle wurde 1958 im Zuge einer Großausstellung hergestellt. Sie veranschaulichen die Beschwernis des damaligen Berufsbildes um die Schifffahrt. Besonders sehenswert ist die noch erhaltene originale museale Einrichtung aus dem Jahr 1970, da diese quasi als „Museum im Museum“ anzusehen ist und einen selten in dieser Qualität greifbaren Charme aufweist.

Der erste Schauraum ist der heimischen Schifffahrt auf der Donau gewidmet. Daneben werden die beiden Welten, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufeinander stießen, thematisiert: Tradition gegen Moderne. Mit der Etablierung der Dampfschifffahrt wurde die Regulierung der Donau nötig, was das Ende der traditionellen Flößerei und Schifffahrt, des Handwerks und der Zunft einleitete. Die Schiffleute hielten sich noch bis etwa 1850, das endgültige „Aus“ brachte ein weiterer Konkurrent: die Eisenbahn.

Fünf Themen charakterisieren den zweiten Raum: So sind verschiedene Floß- und Schiffarten zu sehen, die dem Salz-, Holz- und Kohletransport dienten. Hinter diesen Aufgaben verbergen sich zahlreiche Berufe (Schiffsreiter, Flößer, Schiffsbauer u.a.). Einzelne Standesvertreter werden mittels seltener Figuren gezeigt, wobei diese individuelle Gesichtszüge besitzen, die auf reale Persönlichkeiten zurückgehen. Unwetter und Unachtsamkeit waren die Todfeinde dieser Berufsgruppen, weshalb man mit Schifffahrtsprozessionen und kirchlichen Aussegnungen die Unterstützung Gottes und des Schutzheiligen Nikolaus erbat. Diese Volksfrömmigkeit wird durch verschiedene Bilder verdeutlicht. Ansichten von Orten mit Schifffahrtstradition und Modelle diverser Wasserbauten sind die beiden abschließenden Themen dieses Raumes.

Im dritten und letzten Schauraum belegen Meisterwerke der Technik (in Modellen), dass sich der Mensch die Natur Untertan gemacht hat: Die Gmundener Seeklause symbolisiert die Kontrolle über den Wasserstand, der Traunfallkanal die Umfahrung der gefährlichen Fälle, die Linzer Donaulände die künstliche Aufschüttung eines Straßenzuges usw. Andere Modelle zeigen wie der Mensch sein Wirtschaftsleben organisiert hat: So wird im Rettenbach Rechen das Schwemmholz aufgefangen, in den Gmundener Salzstadeln das Salz zwischengelagert oder mithilfe von Booten Fischfang betrieben. Auch in der Volkskunde war der Salztransport Thema wie die Gmundener Keramikkrüge zeigen. Da die Traun als wichtiger Transportweg des Salzes zur Donau galt, zeugen weitere Modelle von traditionell verwendeten Schiffstypen. Auf der Weiterfahrt nach Wien und Pest überwanden sie die gefährlichste Stelle, den Struden bei Grein, der in mehreren Ansichten gezeigt wird.

Eine Besichtigung des Schloss inklusive des Schifffahrtsmuseum ist täglich von 9 - 17 Uhr möglich. Um telefonische Anmeldung wird erbeten.

 

Besichtigung

Schloss & OÖ. Schifffahrtsmuseum

1.Mai - 26. Oktober

täglich 9 - 17 Uhr

Einzelkarte: 5,- € Erwachse / 3,- € Schüler

T +43 (0)7268 7007 18

 

Schlossführung

April-Oktober

Ab 10 Personen (nach Vereinbarung)

Tel. +43 (0)664-9861981

30 Minuten (5,- € Erwachse / 3,- € Schüler):

Arkadenhof, Diamantgewölbe,

Großer Rittersaal, Schlosskapelle,

Sala Terrena

60 Minuten (7,- € Erwachsene / 4,50 € Schüler):

inklusive Coburger Festräume

Anfahrt

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weiterlesen …