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Geschichte

Das Oberösterreichische Landesmuseum im 21. Jahrhundert

Seit seiner Gründung im Jahr 1833 ist das Oberösterreichische Landesmuseum die zentrale Museumsinstitution des Landes. Es betreut umfangreiche Sammlungen und Dokumentationsarchive und gibt an elf Standorten Einblick in die Natur-, Kultur- und Kunstgeschichte Oberösterreichs. Sonderausstellungen zu aktuellen, internationalen und/oder sammlungsbezogenen Themen ergänzen die umfangreichen Dauerausstellungen. Kulturvermittlungsprogramme und Veranstaltungen bereichern das Angebot des Museums.

Neben den drei großen Standorten in Linz, dem Schlossmuseum, der Landesgalerie und dem Biologiezentrum betreibt die größte Museumsinstitution des Landes eine Reihe von musealen Einrichtungen in Oberösterreich mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Als moderne Kulturinstitution bemüht sich das Landesmuseum aktiv um Partnerschaften mit anderen Museen, Kultur-, Medien- und Wirtschaftsorganisationen. Gemeinsam mit lokalen, regionalen und internationalen Partnern in verschiedenen gesellschaftlichen Umfeldern bietet es ein Forum für Begegnung, Kommunikation und Austausch.

Kurzfassung der Geschichte des OÖ. Landesmuseums

Die Gründung des Museums Francisco-Carolinum (heute: Oberösterreichisches Landesmuseum) geht auf das Jahr 1833 zurück, in dem auf Initiative des Linzer Landrats Anton Reichsritter von Spaun ein Musealverein gegründet wurde. Bereits in seinen Statuten von 1835 waren jene vier Fächer und Sammlungsbereiche vorgesehen, die noch heute bearbeitet werden: das Geschichtliche und Topographische, das Artistische (= Kunst), das Naturhistorische und das Technologische (= Kunstgewerbe, Geräte, Maschinen, Modelle etc.).

Die damals angelegten Fächer entwickelten sich zu Spezialsammlungen, die anfangs durch private Sammlungen aus Kreisen des Adels, von Stiften oder aus dem Bürgertum zusammengestellt wurden. Schwerpunkte lagen zu Beginn unter anderem auf antiken Waffen und militärischer Ausrüstung, antiken Münzen, graphischen Arbeiten, technologischen Objekten und Beständen, die der angewandten Biologie und naturwissenschaftlichen Besonderheiten zuzuordnen waren.

Mit der Eröffnung des Museums Francisco-Carolinum in der Museumstraße im Jahr 1895 erfuhren die Sammlungsbestände einen enormen Zuwachs an Objekten. Insbesondere der naturwissenschaftliche Fachbereich entwickelte sich sehr stark und wendete sich der Grundlagenforschung zu. In das neue Museumsgebäude übersiedelte zudem die 1854 vom Oberösterreichischen Kunstverein auf Anregung seines Vizepräsidenten Adalbert Stifter gegründete Landesgalerie. 1896 wurde das Oberösterreichische Landesarchiv als eigene Institution ausgegliedert, 1903 der erste hauptamtliche geisteswissenschaftliche Beamte (Dr. Hermann Ubell) angestellt, 1914 der erste naturwissenschaftliche Kustos (Dr. Theodor Kerschner).

Organisatorische Veränderungen in der Sammlungs- und Forschungstätigkeit brachten nach 1946 neue räumliche Anforderungen und thematische Spezialisierungen mit sich. In diesem Zeitraum gingen aus dem Oberösterreichischen Landesmuseum neue Institute, wie das Institut für Landeskunde, die Mittelstelle für die Heimathäuser und Ortsmuseen und das Adalbert-Stifter-Institut, hervor.

Nachdem bereits 1963 erste Teile öffentlich zugänglich waren, wurde das Schlossmuseum 1966 als Museum für die Kulturgeschichte des Landes feierlich eröffnet. Im Francisco- Carolinum wurde zwischen 1985 und 1997 ein Großteil der Depots aufgelöst. 1986 wurde die Landesgalerie -  ihre Sammlung war 1903 dem Museum überantwortet und seit 1924 gemeinsam mit Arbeiten des Museums in einer Gemäldegalerie präsentiert worden -  als Institution zur Förderung der Gegenwartskunst reaktiviert und wieder eröffnet. Die damit frei gewordenen Räumlichkeiten konnten nunmehr als großzügige Ausstellungsflächen genutzt werden.

Eine weitere räumliche Erleichterung brachte 1993 die Fertigstellung des Biologiezentrums in Linz-Dornach. Dieses beherbergt die botanische und entomologischen sowie weitere Teile der zoologischen Sammlungen des Landesmuseums. Die ausgelagerten Sammlungsteile sind in einem Depot in Linz-Urfahr untergebracht. Darüber hinaus werden im Biologiezentrum kleinere naturwissenschaftliche Ausstellungen gezeigt.

Im Hinblick auf das Kulturhauptstadtjahr konnte schließlich der im Jahr 1800 abgebrannte Südtrakt des Schlossmuseums in moderner Form wieder errichtet und 2009 eröffnet werden. Mit dem neuen Südtrakt, der an den historischen Schlossbau anknüpft, ist ein erster Schritt in Richtung einer umfassenden Renovierung und Neustrukturierung des Gesamtkomplexes „Schlossmuseum Linz“ erreicht worden. Neben einem zeitgemäßen Foyer und Festsaal sowie einem großen Raum für Sonderausstellungen finden sich im Zubau die neuen Dauerausstellungen „Natur Oberösterreich“ und „Technik Oberösterreich“. Dadurch ist es nunmehr auch möglich, im Schlossmuseum Linz einen umfangreichen Einblick in die gesamte Kunst-, Kultur-, Natur- und Technikgeschichte Oberösterreichs zu geben.

Über die Linzer Standorte hinaus betreut das Oberösterreichische Landesmuseum weitere Museen und Denkmäler in Linz und Oberösterreich (Anton-Bruckner-Museum Ansfelden, Freilichtmuseum Sumerauerhof St. Florian, Kubin-Haus Zwickledt, Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt, Oberösterreichisches Schifffahrtsmuseum Grein, Photomuseum Bad Ischl, Stelzhamer-Gedenkstätte Pramet, Wehrkundliche Sammlung Schloss Ebelsberg).

Meilensteine der Institutionsgeschichte

Anton Reichsritter von Spaun brachte am 10. Feburar 1833 beim Präsidenten der Regierung und der oberösterreichischen Landstände, dem Grafen von Ugarte, das Ansuchen um Erlaubnis zur Gründung eines Musealvereins ein.

Das Museum sollte eine Sammel- und Forschungsstätte für alle Bereiche der Landeskunde sein. Die Naturwissenschaften und die Technologie waren in Spauns Plan ausgeschlossen, sie mussten aber auf Initiative Ugartes aufgenommen werden. Neun Monate später genehmigte Kaiser Franz I. die Bildung des „Vereins des vaterländischen Museums für Österreich ob der Enns mit Inbegriff des Herzogthums Salzburg“. Ein Jahr später verzeichnete der Verein bereits über 800 Mitglieder. In den Statuten von 1835 waren bereits jene vier Fächer und Sammlungsbereiche vorgesehen, die noch heute im Oberösterreichischen Landesmuseum bearbeitet werden: das Geschichtliche und Topographische, das Artistische (= Kunst), das Naturhistorische und das Technologische (= Kunstgewerbe, Geräte, Maschinen, Modelle etc.).

Als erstes Museumsgebäude diente das ehemalige Beamtenwohnhaus im Hofe hinter dem landständischen Casino an der Promenade in Linz.
Am 28. Jänner 1839 übernahm Erzherzog Franz Karl das Protektorat über Musealverein und Museum. Nach ihm wurde später (1895) das neu eröffnete Museumsgebäude in der Museumstraße 14, das „Francisco-Carolinum“, benannt. Nach seinem Tode im Jahr 1878 folgte Kronprinz Erzherzog Rudolf. Vorstand des Vereines war der jeweilige Statthalter, zahlreiche Mitglieder arbeiteten unentgeltlich als Referenten für die diversen Fachgebiete.

1895 wurde das Museum Francisco-Carolinum in der Museumstraße (heute: Landesgalerie) als typisches Bauwerk des Historismus nach Plänen des deutschen Architekten Bruno Schmitz glanzvoll eröffnet. Es war die imposante Manifestation eines neuen Selbstverständnisses und -bewusstseins des Bürgertums, das seinen Sammlungsbeständen und seinem Wissen um die Natur-, Kunst- und Kulturgeschichte Oberösterreichs mit einem repräsentativen Gebäude Ausdruck verlieh.

Mit der Eröffnung des Francisco-Carolinums übersiedelte auch die Landesgalerie, die 1854 vom Oberösterreichischen Kunstverein auf Anregung seines Vizepräsidenten Adalbert Stifter zur „Erbauung und Bildung des Bürgertums“ gegründet worden war, in das neue Museumsgebäude. Die Landesgalerie war dadurch etwa 40 Jahre nach ihrer Gründung erstmals sowohl räumlich als auch organisatorisch in das Museum eingebunden. Die kontinuierlich gewachsene Bildersammlung verschmolz zunehmend mit dem Inventar und der Identität des Museums, die Bezeichnung „Landesgalerie“ verlor seine ursprüngliche Bedeutung.

Die Eröffnung des Francisco-Carolinum brachte ein erneutes Anwachsen der Spendenfreudigkeit mit sich. Der stete Zuwachs an Sammlungsobjekten zog allerdings einen zunehmenden räumlichen Bedarf nach sich, der insbesondere die naturwissenschaftlichen Bereiche stark einschränkte.
Durch Anmietung von Depoträumen versuchte man, die Raumnot zu lindern. Ein Lichtblick waren die ab 1960 beginnenden intensiven Vorarbeiten für die Ausgestaltung des Linzer Schlosses zu einem Museum für die Kulturgeschichte des Landes Oberösterreich.

Unter dem letzten Präsidenten des Vereins und Museums, Julius Wimmer, erfolgte auf Grund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit 1920 die Übergabe des Museums in das Eigentum des Landes Oberösterreich. Das Museum trug von da an die Bezeichnung „Oberösterreichisches Landesmuseum“.
Organisatorische Veränderungen in der Sammlungs- und Forschungstätigkeit brachten nach 1946 neue räumliche Anforderungen und thematische Spezialisierungen mit sich. In diesem Zeitraum gingen aus dem Oberösterreichischen Landesmuseum neue Institute hervor, wie das Institut für Landeskunde, die Mittelstelle für die Heimathäuser und Ortsmuseen und das Adalbert-Stifter-Institut.

Nach einer Teileröffnung erster Bereiche im Jahr 1963 wurde 1966 die Gesamteröffnung des Schlossmuseums als Museum für die Kulturgeschichte des Landes gefeiert. Bedeutende Teile der Sammlungen des Francisco-Carolinums kamen in das Schlossmuseum. Die Schausammlungen zur Kulturgeschichte fanden ihren Platz im Schloss, wohingegen die naturwissenschaftlichen Bestände, die kulturwissenschaftlichen Studiensammlungen und die Bibliothek im Stammhaus Francisco-Carolinum bleiben sollten. Die geplante Aufstellung der naturkundlichen Kollektionen rückte allerdings in weite Ferne, man versuchte diese Lücke mit naturwissenschaftlichen Sonderausstellungen zu überbrücken.

1985 wurde ein Großteil der Depoträume im Stammhaus aufgelöst. Die Abteilungen Römerzeit, Ur- und Frühgeschichte, Mineralogie und Geologie mit den jeweiligen Sammlungsbeständen wurden am Standort Welser Straße untergebracht. 1986 wurde die Landesgalerie, deren Bestände seit 1903 durch das Museum verwaltet und seit 1924 mit Sammlungsbeständen des Museums präsentiert wurden, als Institution zur Förderung der Gegenwartskunst im Francisco-Carolinum reaktiviert. Gleichzeitig wurde auch der in seinen ursprünglichen Zustand rückgeführte Festsaal wieder eröffnet.

Bis 1997 fanden im ersten Stock des Stammhauses weiterhin naturwissenschaftliche, fallweise auch kulturwissenschaftliche Ausstellungen statt. Danach konnte die Landesgalerie sämtliche Ausstellungsflächen im Stammhaus nutzen. In der Museumstraße ist zudem die umfangreiche grafische Sammlung des Landesmuseums mit der weltweit größten Sammlung an Arbeiten Alfred Kubins untergebracht. Um einen Einblick in dessen umfangreiches Œuvre zu geben, wurde ein Kubin-Kabinett mit wechselnden Ausstellungen eingerichtet. Im Erdgeschoss sind Bibliothek, Direktion, Verwaltung und weitere Standorte übergreifende Abteilungen des Oberösterreichischen Landesmuseums angesiedelt.

Heute ist die Landesgalerie die Fachinstitution des Landes Oberösterreich für moderne und zeitgenössische Kunst. Im historistischen Bau werden Ausstellungen gezeigt, deren inhaltliches Spektrum von der „klassischen Moderne“ bis hin zu Photographie und Medieninstallationen junger Künstler reicht.

Intensive Bemühungen um einen Neubau für die Naturwissenschaften kennzeichnen die 70er und 80er Jahre. Die Auflösung alter und Beschickung neuer Depots nahmen viel Arbeitskapazität in Anspruch. 1985 wurde ein Großteil der Depoträume im Stammhaus aufgelöst. 1993 wurde den räumlichen Engpässen des Museums mit der Eröffnung des Biologiezentrums in Linz-Dornach zum Teil begegnet.

Das Biologiezentrum beherbergt die botanischen und entomologischen sowie weitere Teile der zoologischen Sammlungen des Landesmuseums. Weitere Sammlungsbestände wurden in ein Depot in Linz-Urfahr ausgelagert. Als Forschungszentrum für naturkundliche Themenstellungen genießt das Biologiezentrum seit Jahren eine hervorragende Reputation auf nationaler und internationaler Ebene. Im Biologiezentrum werden zudem regelmäßig kleinere naturwissenschaftliche Ausstellungen gezeigt. Das ca. einen Hektar große Grundstück rund um das Gebäude wurde als Ökopark konzipiert und steht den Besuchern zu Studien-, Beobachtungs- und Erholungszwecken zur Verfügung und beherbergt die wissenschaftlichen Lebendsammlungen der Botanik.

Eine umfangreiche Dauerausstellung „Natur Oberösterreich“ sowie größere naturwissenschaftliche Sonderausstellungen sind im Schossmuseum Linz zu sehen.

Im Hinblick auf das Kulturhauptstadtjahr konnte der im Jahr 1800 abgebrannte Südtrakt des Schlossmuseums in moderner Form wieder errichtet und 2009 eröffnet werden.

Mit dem neuen Südtrakt, der an den historischen Schlossbau anknüpft, ist ein erster Schritt in Richtung einer umfassenden Renovierung und Neustrukturierung des Gesamtkomplexes „Schlossmuseum Linz“ erreicht worden. Neben einem zeitgemäßen Foyer und Festsaal sowie einem großen Raum für Sonderausstellungen, beherbergt der Zubau die neuen Dauerausstellungen „Natur Oberösterreich“ und „Technik Oberösterreich“. Dadurch ist es nunmehr auch möglich im Schlossmuseum Linz auf über 10.000 m² einen umfangreichen Einblick in die gesamte Kunst-, Kultur-, Natur- und Technikgeschichte Oberösterreichs zu geben: vom Beginn des Lebens in Oberösterreich vor ca. 250 Millionen Jahren über die Anfänge menschlicher Besiedlung bis zum 20. Jahrhundert. Sonderausstellungen ergänzen die Dauerausstellungen um aktuelle internationale und regionale Themen.

 

 

 

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