1975 schenkte der Jurist Univ. Prof. Dr. DDr. H. c. Walther Kastner seine Kunstsammlung dem Oö. Landesmuseum mit der Auflage, sie geschlossen zu präsentieren. Nur die lichtempfindlichen Graphiken sollten verwahrt und nur alle 15 Jahre gezeigt werden. Durch weitere Schenkungen wuchs die Sammlung von ursprünglich 323 Werken auf über 1400 Objekte. Die Schwerpunkte der Dauerausstellung liegen in der Skulptur des Mittelalters, in den Gemälden der Niederländer des 17. Jahrhunderts und in der österreichischen Malerei zwischen Biedermeier und Expressionismus. Die Sammlung wird in drei Sälen präsentiert, der Vorraum enthält eine Einführung.

Mittelalter und Barock

Der Saal zeigt an den Wänden einen Überblick über die europäische Skulptur von 13. bis zum 16. Jahrhundert. Besondere Höhepunkte sind die Emails aus Limoges, das spätromanische, auf die Mystikerkreuze voraus weisende Kruzifix, die französische Steinmadonna, eine spanische oder oberitalienische Figur des hl. Johannes des Täufers, eine Pietà aus dem Umkreis Claus Sluters und zwei heilige Könige aus der Werkstatt Michel Erharts. Zu den originellsten Werken  der Sammlung gehört ein Relief mit nackten Kleinkindern, bei dem es sich wohl um das Fragment eines Sippenaltars handelt. Unter den Bildern der Niederländer des 17. Jahrhunderts befinden sich Meisterwerke von de Vos, Brouwer, Ostade, Fyt, Mieris, van der Neer und Ruisdael

Vom Biedermeier zum Expressionismus

Die beiden Säle bietet einen fast lückenlosen Überblick über die österreichische Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Struktur der Sammlung erlaubt es, hier thematische Schwerpunkte zu setzen, so im ersten Saal die Blumenmalerei des Wiener Biedermeier mit prachtvollen Bildern von Nigg, Küss, Gruber und Lauer. Die Bildnisse lassen ein Faible des Sammlers für schöne Frauen erkennen, aber auch für interessante Persönlichkeiten wie den Schubert-Sänger Johann Michael Vogl. Zu den reizvollsten Werken der Sammlung gehören die Genrebilder von Danhauser,. Schindler, Treml, Neder und Reiter.  Einen besonderen Schwerpunkt bildet die  Landschaftsmalerei, deren Entwicklung von Steinfeld und Waldmüller bis zu den Stimmungsimpressionisten der Plankenberger Schule verfolgt werden kann. Von Emil Jakob Schindler, Olga Wisinger-Florian und Tina Blau sind Werken aus mehreren Schaffensphasen zu sehen, ebenso von Romako, dessen auf die Maler der Jahrhundertwende voraus weist. Von diesen sind insbesondere Kurzweil, Moser, Gerstl, Schiele und Faistauer eindrucksvoll vertreten.