Fotografie
Die Landesgalerie Linz verfügt mit den beiden Sammlungen von Hans Frank sowie von Gerda und Erich Walter über zwei wichtige Belege für die Fotografie in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert. Gemeinsam dokumentieren die Sammlungen ein breites Spektrum an unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten und Funktionszusammenhängen der Fotografie in einem Zeitraum von mehr als 150 Jahren. Gleichzeitig repräsentieren sie eine lange Tradition von Rezeptionsmustern, in denen das Verhältnis von Kunst und Fotografie immer wieder neu definiert und auf unterschiedliche historische, theoretische und konzeptuelle Kontexte bezogen wurde.
Gerade durch ihr spezifisches Profil verweisen die beiden Sammlungen auch auf die differenzierten Konzepte, nach denen der Salzburger Fotograf Hans Frank (1908-1987) und der Steyrer Arzt Erich Walter (1944-1999) Fotografien sammelten.
Hans Frank
Hans Franks Zugang war ein fotohistorischer, sein Ziel eine Enzyklopädie zur Geschichte der Fotografie. Er bemühte sich um die Dokumentation von Fotografen und ihren Ateliers, von verschiedenen Techniken und Funktionen des Mediums. Die Gründung eines eigenen Museums für Fotografie in Bad Ischl 1979 und sein prägender Einfluss auf eine Generation wissenschaftlicher Kräfte bei der Erarbeitung der „Geschichte der Fotogafie in Österreich“ in den frühen 1980er Jahren waren die zwei herausragenden Momente der Wirkungsgeschichte zu Lebzeiten von Frank.
Erich Walter
Erich Walter, der 1980 die Fotogalerie „7-Stern“ in Steyr gründete und sie bis 1991 betrieb, war weniger an der Geschichte der Fotografie als an ihrem Einsatz durch die zeitgenössische Kunst interessiert. Sein Engagement wurde somit auch repräsentativ für ein neues bzw. verändertes Bewusstsein, das die Fotografie als ein Instrument verschiedenster künstlerischer Konzepte verstand. Gleichzeitig konnte Walter mit seiner Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit einen Förderungsimpuls für die Produktion und Rezeption der Fotografie in Österreich leisten. Mehrere junge Fotografinnen und Fotografen fanden in ihm einen wichtigen Förderer.
August Sander
Zu einem Höhepunkt der Fotosammlung der Landesgalerie gehören Arbeiten von August Sander, der vor allem durch sein großangelegtes Mappenwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ als eine der einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten für die Etablierung der Fotografie als künstlerisches Medium gilt.
Obwohl Sander heute zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt und weltweit in wichtigen Museumssammlungen vertreten ist, besteht wenig Kenntnis, dass er zwischen 1901 und 1909 ein Atelier in Linz in Österreich betrieb. Dabei erwiesen sich gerade die Linzer Jahre als eine für Sander wichtige Phase, die mit verschiedenen familiären und beruflichen Ereignissen, sozialen Kontakten zu Linzer Bürgern sowie künstlerischen Einflüssen auf vielfältige Weise einen komplexen Erfahrungshintergrund für die weitere Entwicklung seines Werkes verdeutlichen kann.
Einen exemplarischen Hinweis auf die Wirkungsgeschichte von August Sander und liefern Aufnahmen von Bernhard Fuchs, in dessen Werk seit den frühen 1990er Jahren Fotografien von Menschen ebenfalls einen Schwerpunkt bilden. In den letzten Jahren schlossen sich Aufnahmen von Autos, Landschaften und Bauernhöfen als konzentrierte Werkgruppen den zwischenzeitlich international wahrgenommenen Porträts an.
Sammlungsleitung
Mag. Dr. Gabriele Hofer
Oberösterreichische Landesmuseen
Landesgalerie
Museumstraße 14
A-4010 Linz
Tel.: +43-(0)732-774482-45
Fax: +43-(0)732-774482-66
E-Mail: g.hofer@landesmuseum.at






Alfred Kubin - Köpfe
Haubitz+Zoche - Facelift: Fotoarbeiten und Rauminstallation
Sammlung Landesgalerie: Selected by Haubitz+Zoche