Tina Bara und Alba d' Urbano !Perla_Miseria!Ausstellung
- Do, 28.04.2011 - So, 19.06.2011
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Wappensaal - Landesgalerie
Museumstraße 14
4010 Linz
Tel: 0732-774482
Nach der Teilnahme von Tina Bara an der Gruppenausstellung „Gegenüber“ (2002) und der gemeinsamen Präsentation von Bara und Alba D’Urbano im Rahmen des „KINDER!“-Projektes (2006) konzipieren die beiden Künstlerinnen einen thematischen Raum für den Wappensaal der Landesgalerie. Beide Positionen haben sich in den vergangenen Jahren intensiv mit Fragen der individuellen und kollektiven Geschichtskonstruktion im Medium der Fotografie auseinandergesetzt. Viele ihrer Arbeiten sind sehr behutsam entwickelte Spurensuchen, die den Begriff der Ikonografie in seiner Bedeutung für die aktuelle Kunstproduktion eindrucksvoll belegen. Tina Bara und Alba D’Urbano unterrichten an der Hochschule für Buchkunst in Leipzig.
„!Perla_Miseria!“ ist das Resultat eines Wortspiels: Im Italienischen ist „Per la miseria!“ ein geläufiges Schimpfwort, im Sinne von „So ein Mist!“ Zusammengezogen ergibt sich eine ironisierendes Kontrastpaar, das auch im deutschen verständlich ist: Perlen-Misere. Weiter assoziiert weist das Begriffspaar auf die Themenkomplexe der Künstlerinnen: Schönheit - Hässlichkeit, Reichtum - Elend sind immer mit sozialen und politischen Prozessen und körperlichen Repräsentationen verkoppelt.
In diesem Zusammenhang thematisieren Alba D’Urbano und Tina Bara unterschiedliche Bereiche, die mit der Konstitution und dem medialen Umgang von und mit (weiblichen) Körpern zu tun haben. In den ausgestellten Arbeiten finden sich Verbindungen zum Sport und zur Politik, zu Disziplinierung, Kontrolle und Überwachung, aber auch zu selbst bestimmten oppositionellen Strategien des Spiels.
Die Bilder und Videos formulieren im Gegensatz zur massenmedialen Visualität eine Art Gegenentwurf bzw. arbeiten mit Verschiebungen hinsichtlich der portraitierten „Oberflächen“ und Handlungen. Dabei verbindet das Künstlerinnenduo dokumentarische Strategien mit performativen Bild-Inszenierungen, narrative mit konzeptuellen Elementen, dazu kommen Text- und Soundebenen, die auf spezifische biografische und gesellschaftliche Kontexte verweisen. Im Zusammenhang mit den jeweiligen Themen wird das Individuelle im Biographischen mit allgemeinen zeitgeschichtlichen Fragestellungen ins Verhältnis von Erinnerung und Gegenwart, sowie darin enthaltenen utopischen Assoziationsmomenten gesetzt.
In allen ausgewählten Arbeiten für das Museum in Linz spielt das Wasser in Verbindung mit den verschiedenen Protagonistinnen eine tragende Rolle und verbindet die Arbeiten über ihre vielschichtigen Themen hinaus.
Biografien
Tina Bara
Geboren 1962 in Kleinmachnow (Deutschland). 1980 bis 1986 Studium der Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin. 1986 bis 1989 Fernstudium Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, 1991 Diplom. Dort seit 1993 Professur. Lebt in Berlin. Seit 2000 Zusammenarbeit mit Alba D’Urbano.
Alba D’Urbano
Geboren 1955 in Tivoli (Italien). 1974 bis 1978 Philosophiestudium an der „La Sapienza“ Universität Rom. 1978 bis 1983 Studium der Malerei an der „Accademia di Belle Arti“ in Rom. 1985 bis 1989 Studum visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste Berlin. 1993 bis 1994 Lehrtätigkeit am Institut für Neue Medien in Frankfurt am Main. 1994 Lehrtätigkeit an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. 1995 Professur für Computergrafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Dort Leiterin der Klasse für Intermedia. Lebt in Leipzig
Abbildungen unten: Ausstellungsansichten Wappensaal der Landesgalerie Linz, Fotos: Ernst Grilnberger






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