Vortrag: Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Universität München

Darwin Day
Freitag, 10.2.2012, 19.30 Uhr
im Festsaal Schlossmuseum

Titel: Darwin und kein Ende: Von der Evolutions- zur Biodiversitäts- und Anthropozän-Forschung

Vortrag, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Geologe und Paläontologe: Die auf Charles Darwin zurückgehende Evolutionstheorie wird seit ihrer Entstehung teilweise angefeindet. Daran hat auch die enorme Weiterentwicklung der Theorie nichts geändert. Kreationisten und sogenannte Intelligent Design-Anhänger bezweifeln sie nach wie vor und kreiren eigene pseudowissenschaftliche Thesen. Die heutige biologische Vielfalt, von der wir ökonomisch abhängen, ist ein Produkt der biologischen Evolution, entstanden auch in Wechselwirkung mit der geologischen Evolution. Die Menschheit exerziert derzeit sogar einen der größten Selektionsversuche, die je stattfanden. 77% der eisfreien Erdoberfläche sind nicht mehr in natürlichem Zustand, in den Meeren ist es ähnlich. Der Mensch ist zu einem dominanten Erdsystem-Faktor geworden. Nur die Evolutionsforschung wird uns, in Verbindung mit den Biodiversitäts-, Klima- und Geowissenschaften, aber auch den Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften ermöglichen, zu bewerten, wie sich unsere biologische Umwelt ändern wird, und wie wir unsere Natur und Gesellschaft selbst wissenbasiert gestalten müssen, um das "Anthropozän", also die Menschenzeit zu einem lang andauernden Zeitalter zu machen.