Am 10. Februar 1833 brachte Anton Reichsritter von Spaun beim Präsidenten der Regierung und der oberösterreichischen Landstände, dem Grafen Alois von Ugarte, das Ansuchen um Erlaubnis zur Gründung eines Geschichtsvereins ein.

Vier Aufgaben wurden festgelegt:

  1. Sammlung, Verzeichnung, Beschreibung und Abbildung der Geschichtsdenkmäler,
  2. Zusammentragung der geschriebenen Geschichtsquellen bzw. Abfassung von Auszügen,
  3. Anlage einer Bibliothek zur vaterländischen Geschichte, und schließlich
  4. Weckung des Geschichtsbewusstseins durch Veröffentlichungen.

Die Naturwissenschaften und die Technologie waren in Spauns Plan ausgeschlossen, sie mussten aber auf Initiative Ugartes aufgenommen werden. Neun Monate später genehmigte Kaiser Franz I. die Bildung des „Vereins des vaterländischen Museums für Österreich ob der Enns mit Inbegriff des Herzogthums Salzburg“. Ein Jahr später hatte der Verein bereits über 800 Mitglieder.

In den 1835 bestätigten Statuten waren nun vier Fächer bzw. Sammlungsgebiete vorgesehen:

  1. das geschichtliche und topographische,
  2. das artistische (= Kunst),
  3. das naturhistorische und
  4. das technologische (= Kunstgewerbe, Geräte, Maschinen, Modelle usw.).

Das Museum sollte eine Sammel- und Forschungsstätte für die Landeskunde und -geschichte sein. EH Franz Karl übernahm am 28.1.1839 die Schutzherrschaft über Musealverein und Museum. Nach ihm wurde der 1895 eröffnete Neubau Francisco-Carolinum benannt. Nach seinem Tode 1878 folgte Kronprinz Erzherzog Rudolf. Vorstand des Vereines war der jeweilige Landesherr, zahlreiche Mitglieder arbeiteten unentgeltlich als Referenten für die diversen Fachgebiete, wie z.B. die Historiker Franz Kurz, Joseph Gaisberger, Joseph Chmel und Jodok Stülz; diesen ist die Herausgabe eines Urkundenbuches des Landes ob der Enns durch den Museumsverein zu verdanken. Auf dem naturwissenschaftlichen Fachbereich waren der Pomologe Joseph Schmidberger, die Astronomen und Meteorologen Marian Koller und Augustin Reslhuber tätig, die geologische Erforschung betrieb der Pharmazeut Franz Carl Ehrlich, ihm zur Seite stand der Botaniker Johann Duftschmied. Mitarbeiter und Referent des Museums war ferner in späteren Jahren auch der Neuseelandforscher Andreas Reischek.

Als erstes Museumsgebäude diente das ehemalige Beamtenwohnhaus („ständische Expeditorhaus“) im Hofe hinter dem landständischen Casino an der Promenade.

Zwei Veröffentlichungen sorgten für die Unterrichtung des Publikums über die Tätigkeit des Vereins, der erste Bericht erschien in einer Auflage von 1000 Stück bereits 1836. Dem vierten Bericht (1840) waren bereits "Beyträge zur Landeskunde“ beigegeben. Nur kurze Lebensdauer (bis 1844) hatte das „Musealblatt“, eine „Zeitschrift für Geschichte, Kunst, Natur und Technologie Österreichs ob der Enns und Salzburgs“, als Chronik wurde sie den Berichten angeschlossen. Seit 1920 gibt der „Oberösterreichische Musealverein / Gesellschaft für Landeskunde“ diese Berichte als Jahrbuch heraus, ab 1967 in zwei Teilen (Abhandlungen und Berichte).

Von 1975–1985 erschienen als museumseigene, vierteljährliche Publikation die „Aktuellen Berichte“, seit 1992 geben die monatlichen „Museumsjournale“ Einblick in die aktuelle Museumsarbeit.

Die in den Statuten festgelegten vier Fächer entwickelten sich im Laufe der Jahre zu Sammlungsabteilungen und Spezialsammlungen. Einerseits wurden Bestände wie das Archiv zur Herausgabe eines Urkundenbuches oder die Sammlung von Siegeln an das Landesarchiv abgegeben, andererseits neue Sammlungen wie die zur Wehr- sowie Zoll- und Finanzgeschichte eingegliedert. In die ersten Satzungen konnten die Ur- und Frühgeschichte noch nicht aufgenommen werden, da die Mondsee- und Hallstattkultur erst später entdeckt bzw. klassifiziert wurden.

In den ersten Jahren gelangten aus den Kreisen des Adels, des hohen Klerus, der Stifte und des begüterten Bürgertums wertvolle kunst- und kulturgeschichtliche Objekte als Geschenke an das junge Museum, Organisatoren dieser Spendenfreudigkeit waren Anton von Spaun, Josef Gaisberger, Bischof Thomas Gregorius Ziegler und der Prälat von St. Florian Joseph von Arneth. Spaun legte aber auch auf gezielten Ankauf von Nachlässen und „vorgeschichtlichen und römischen Altertümern“, die anlässlich archäologischer Grabungen gefunden wurden, großen Wert.

Bereits im Sommer 1838 erfolgten unter Führung des Vereins systematische Grabungen nach römischen Altertümern in Schlögen, ferner lieferten Erdbewegungen beim Eisenbahnbau Linz – Gmunden, sowie bei den Kanal- und Neubauten in Linz zahlreiche Funde. Auch die ersten römischen Fundstücke aus Hallstatt und die ersten Spuren des gewaltigen Gräberfeldes am Hallstätter Salzberg wurden nach Linz gemeldet.

In der Zeit der Romantik wurde großes Augenmerk auf das Sammeln von Waffen gelegt, so werden bereits 1835 Helme, Hellebarden, Schwerter, Pfeile und Lanzen als Neubestände genannt, die von der hohen Geistlichkeit, von Städten und Märkten und vom Adel gespendet wurden, dazu kamen Fundstücke von Burgen und Ruinen. Auch die Münzsammlung wurde in den ersten Bestandsjahren mit großer Intensität gepflegt, der Schwerpunkt lag auf antiken Münzen aus Funden bzw. Privatsammlungen. Für die Sammlung graphischer Arbeiten wurde in den Anfangsjahren der Grundstein gelegt, wobei besonderes Augenmerk auf oberösterreichische Ansichten, Kupferstiche und Holzschnitte gerichtet wurde. Zur technologischen Sammlung zählten Gläser unterschiedlichster Art; es ist Anton von Spaun zu verdanken, dass gerade die Wappengläser für das Museum gerettet werden konnten. Die heute international bedeutende Sammlung alter Musikinstrumente, im Besonderen der Blechblasinstrumente des 17./18. Jahrhunderts wurde ebenfalls in diesen ersten Jahren angelegt.

Die Stifte waren bereits im 18. Jahrhundert bemüht, naturkundliche Objekte zu sammeln und so ist es nicht verwunderlich, dass der Abt von Wilhering Johannes Baptist Anton Schober als Referent für die Naturwissenschaften des Musealvereins gewählt wurde. Er war auch Leiter des 1756 von P. Joseph Walcher gegründeten „Museum physicum“ in Linz – heute noch ein wichtiger Bestandteil der Sammlung für Technikgeschichte -, in dem 1826 über 600 Maschinen und Apparate vorhanden waren. Die ersten Anstöße für die mineralogisch-geologische, botanische und zoologische Sammlung kamen ebenfalls von den Klöstern, federführend waren dabei Kremsmünster und St. Florian.

Nach der glanzvollen Eröffnung des neuen Gebäudes 1895 war die Spendenfreudigkeit wieder angewachsen. 1898 wurde der Nachlass des Grafen Emanuel von Ludolf übernommen, der Kunstwerke, Waffen, Bücher, Graphiken, Möbel und Textilien aus ganz Europa und dem Vorderen Orient umfasste. In seiner Reichhaltigkeit und Qualität kommt ihm nur die 1975 übernommene Sammlung Walther Kastner nahe.

1903 erhielt das Museum mit Dr. Hermann Ubell den ersten wissenschaftlichen Beamten für Kunst- und Kulturgeschichte. Ihm ist die erlesene Sammlung von Werken des Jugendstils (Gläser der Glashütte Lötz’ Witwe und Ludwig Lobmeyers und Keramiken der Wiener Werkstätte bzw. Schleiß/Gmunden) zu verdanken. Ubell organisierte auch bedeutende Sonderausstellungen; aber immer mehr machte sich Raummangel breit, der insbesondere die naturwissenschaftlichen Sammlungen stark einschränkte. Diese widmeten sich daher verstärkt der Grundlagenforschung, es entstanden Arbeitsgemeinschaften für Geologie, Botanik und Entomologie, die oftmals bedeutende Spenden an das Museum vermitteln konnten.

Unter dem letzten Präsidenten des Vereins und Museums, Julius Wimmer, erfolgte auf Grund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit 1920 die Übergabe des Museums in das Eigentum des Landes Oberösterreich, der neue Name wurde ab dieser Zeit „Oberösterreichisches Landesmuseum“.

1933 erschien anlässlich des 100. Geburtstages eine umfassende Darstellung der Geschichte und Entwicklung aller Sammlungen, dazu gab es die Jubiläumsausstellung „Alt-Gmundner Majolika 1650–1850“ mit zahlreichen Leihgaben.

Nach 1938 erhielt das Museum neue Aufgaben im Besonderen auf dem Gebiet der angewandten Naturkunde. Es wurde ein geologischer Dienst eingerichtet, dessen Aufgaben sich auf die Planung der Autobahnstraßen, Ennskraftwerke usw. richteten. Natur- und Landschaftsschutz traten dabei in den Vordergrund, die museale Tätigkeit wurde nebensächlich. Daneben errichtete man eine eigene volkskundliche Abteilung, zusammengestellt aus den Beständen anderer Sammlungsbereiche. Pläne eines eigenen naturwissenschaftlichen Instituts und Museums bzw. eines Erweiterungsbaus des Stammhauses fielen dem Kriegsausbruch zum Opfer, dazu kam ab 1944 auch die Ausgliederung aller Sammlungsbestände.

Nach Kriegsende eröffnete man im November 1946 das Haus mit einer Ausstellung französischer Graphik des 19. Jahrhunderts. Da man eine völlige Neuaufstellung plante, dafür aber der Platz nicht reichte, behalf man sich mit Sonderausstellungen, als Beispiele können die große Adalbert-Stifter-Ausstellung mit 1500 Exponaten im Jahre 1948 und „Das Eisen in Geschichte und Kultur des Landes ob der Enns“ (1949) genannt werden. Aus dem Oberösterreichischen Landesmuseum gingen neue Institute wie das Institut für Landeskunde, die Mittelstelle für die Heimathäuser und Ortsmuseen und das Adalbert-Stifter-Institut hervor. Im „Heiligen Jahr“ 1950 beherbergte das Haus die Diözesan- und Landesausstellung „1000 Jahre Christliche Kunst in Oberösterreich“, gleichzeitig begannen auch die umfangreichen Grabungen auf Ennser Boden und die archäologischen Untersuchungen in der St. Laurenz Basilika in Enns durch Mitarbeiter des Museums. Die 1944 angekaufte weltweite Sammlung von Greifvögeln und Eulen (1500 Stück) wurde 1953 erstmals präsentiert.

Durch Anmietung von Depoträumen versuchte man, die Raumnot zu lindern, ein Lichtblick waren die ab 1960 beginnenden intensiven Vorarbeiten für die Ausgestaltung des Linzer Schlosses zu einem Museum für die Kulturgeschichte des Landes.

Mit der Eröffnung des Schlossmuseums verblieben aber die Studiensammlungen der Kunst- und Kulturgeschichte und die Arbeitsräume im Stammhaus. Die geplante Aufstellung der naturkundlichen Sammlungen rückte abermals in weite Ferne, man versuchte dies mit kleineren naturwissenschaftlichen Sonderausstellungen zu überbrücken. Intensive Bemühungen um einen Neubau für die Naturwissenschaften kennzeichnen die 70er und 80er Jahre. Die Auflösung alter und Beschickung neuer Depots nahmen viel Arbeitskapazität in Anspruch, 1985 wurden die Depoträume im Stammhaus aufgelöst, die Abteilungen Römerzeit, Ur- und Frühgeschichte, Mineralogie und Geologie mit den jeweiligen Sammlungsbeständen ausgelagert, dafür 1986 die Landesgalerie und der in seinen ursprünglichen Zustand rückgeführte Festsaal wieder eröffnet. Erst die Fertigstellung des Biologiezentrums in Urfahr-Dornach brachte eine gewisse Erleichterung. Hier können allerdings nur naturwissenschaftliche Ausstellungen im „Kleinformat“ gezeigt werden.

1995 waren Umbau- und Adaptierungsarbeiten sowie der Einbau eines Liftes im alten Stammhaus in der Museumstraße abgeschlossen. Heute beherbergt es die Landesgalerie, die in erster Linie Ausstellungen der zeitgenössischen oberösterreichischen Kunst zeigt, ferner die Graphische Sammlung, Bibliothek, Direktion, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung der Oberösterreichischen Landesmuseen.

(Jahrbuch des OÖ. Musealvereins 85. Band / 1933; „150 Jahre Oberösterreichisches Landesmuseum. Linz 1985)